Sonntag, 13. Januar 2013

Flacco Fling und Faekernick

An Running Backs mangelt es den San Fransisco 49ers ja eigentlich nicht. Da hätten wir z.B. den Rookie LaMichael James, der bei den Oregon Ducks grandios aufspielte und auch bei den Niners seine Chancen bekommt. Hinzu kommen noch der etablierte Frank Gore, der gestern im Spiel gegen die Green Bay Packers immerhin 119 Yards hinlegte und der momentan verletzte Kendall Hunter.

So weit so gut, aber keiner dieser Spieler war gestern so wichtig wie QB Colin Kaepernick, der mit grandiosen 181 Rushing-Yards und zwei erlaufenden Touchdowns alle Kritiker verstummen ließ, die meinten, der 25-jährige von der University of Nevada wäre nicht reif für die Playoffs. Nicht nur, dass er bereits sein zweiter Pass von den Packers abgefangen und zum Touchdown vollendet wurde, sondern dass er diese ersten Startschwierigkeiten hinter sich ließ und zusammen mit seiner Offensive Line für ordentlich Wirbel in der Green Bay-Defense sorgte, die zugegeben keinen guten Tag erwischt hatte.

Außerdem waren seine Handoff-Fakes teilweise so gut mit Gore & Co. abgestimmt, dass sowohl Zuschauer als auch Kameramann teilweise keinen blassen Schimmer hatten, wo denn nun das Ei ist. Diese Fähigkeit, sowohl solide Pässe zu spielen (diese waren zwar etwas scharf gespielt, fanden aber trotzdem ihr Ziel), als auch jede Lücke in der Defensive-Line für eigene Läufe zu nutzen erinnern mich irgendwie an Quarterbacks  wie Denard "Shoelace" Robinson, der für die Michigan Wolverines mit seiner unorthodoxen Defintion seiner Position vier Jahre lang gute Leistungen ablieferte und im kommenden Draft auf einen guten Einstieg in die NFL hofft.

Dass es auch anders geht, zeigte letzte Woche Joe Webb von den Minnesota Vikings, der für den angeschlagenen Christian Ponder ranmußte. Als Wide Receiver angefangen, wechselte Webb immer wieder die Position, was man zwar an seiner Schnelligkeit und Mobilität sah, allerdings waren seine Pässe, wenn sie denn einigermaßen das Ziel fanden, so unpräzise und technisch unsauber geworfen, dass selbst ein Once-in-a-Lifetime-Peterson das nicht hätte kompensieren können. 

So ging das Spiel in der Divisional Round der NFC mit 31-45 dann auch absolut verdient zu Gunsten der Gastgeber aus. Die Defensive der Packers war einfach zu schlecht um die Unvorhersehbarkeit der Niners-Offense irgendwie zu stoppen und. Auch Aaron Rodgers und seine Receiver hatten keinen guten Tag erwischt bzw. war die San Francisco-Defense auch einfach zu gut. Pro Bowler Patrick Willis & Co. sorgten ständig für gefährliche Blitzes, ließen den Receivern so gut wie keinen Platz und schafften es vor allem im vierten Viertel den Rückstand der Packers möglichst hoch zu halten. 

Tja, und was lief in Denver? Bei bis zu -11°C lieferten sich die Ravens und Broncos ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dass sich gewaschen hatte. Da waren die zwei Punt- bzw. Kick-Return-Touchdowns eines Trindon Holiday (Denver) über insgesamt mehr als 200 Yards gar nicht einmal das Highlight des Spiels. 

Das war nämlich eher der sensationelle 70-Yard-Pass von Joe Flacco beim dritten Down und ganzen 41 Sekunden restlicher Spielzeit. Der "Flacco Fling" sicherte den Ravens nicht nur den Fortgang des Spiels, sondern sollte sich am Ende auch revangieren. Superstar-QB Peyton Manning war es nämlich, der in der Overtime mit einem Katastrophenpass erst für den Ballbesitz für Baltimore sorgte, in Folge dessen Ravens-Kicker Justin Tucker das Aus der Denver Broncos besiegelte. Dann darf Ray Lewis also noch einmal ran. Wer hätte gedacht, dass seine Karriere noch so lange andauert?


Montag, 7. Januar 2013

Road to New Orleans #2

Nachdem ich ja gestern schon den ersten Teil gepostet habe, kommt heute, da das Wild Card-Weekend vorbei ist, Nummer zwei. Zu meiner Zufriedenheit siegten sowohl Baltimore, als auch Seattle. Lewis bekommt noch mindestens einmal seine (verdiente) Bühne und ein weiteres meiner Sympathie-Teams rund um Wilson, Lynch und Co. hat die Chance auf einen Playoff-Ritt. Allerdings dürften die Falcons alles andere als ein leichter Gegner werden. Der einzige Wermutstropfen an diesem Wochenende war, neben der Niederlage der Vikings, die erneute Verletzung von QB-Talent RGIII, durch die die Redskins bereits vor der Halbzeit deutlich an Schwung verloren. Spätestens Mitte des letzten Viertels war dann der Einzug der Seahawks in die Divisional Round besiegelt, als Griffin beim Snap kurz vor der eigenen Endzone umknickte und den Ball fumblete. Fakt bleibt jedoch: Das wird ein spannendes nächstes Wochenende, an dem sich zeigen wird, wer die Hosen an hat... und wer nicht!

Sonntag, 6. Januar 2013

Road to New Orleans #1

Heute erstellte ich in ein- bis zweistündiger Arbeit obige Grafik, die euch meine Prognose für die diesjährigen NFL-Playoffs zeigt. Leider ist mir die Idee erst gestern Abend beim Bengals-Texans-Spiel gekommen, deswegen sind, wie man unschwer erkennen kann, die Ergebnisse der beiden Wildcard-Games schon eingetragen. Das zweite der gestrigen Spiele schaute ich dann heute Morgen ganz lässig auf der Couch, leider fiel das Ergebnis gegen meine sympathisierten Vikings aus, aber was solls': Die 49ers, ebenfalls ein für mich sehr sympathisches Team, werden schon Rache an den Packers nehmen. Leider, so meine Einschätzung, können sie den Super Bowl dann aber doch nicht gewinnen, die Broncos um Payton Manning und Co. sind dieses Jahr einfach zu gut. Und jaa, zwischendurch werden noch die Falcons platt gemacht, die sind schließlich nur 1. in der NFC... 

Übrigens: Es folgt nun jede Woche ein Update, wie es um die Richtigkeit meiner Einschätzung steht!

Dienstag, 20. November 2012

Illustriert: Dynamo Helter Damm


Von einer Hobby-Fußballmannschaft in meinen jungen Jahren inspiriert, entwickelte ich vor ein paar Monaten das Logo des Dynamo Helter Damms. Wie unschwer zu erkennen ist, diente der (Krawall-)Verein Dynamo Dresden als Vorlage. Hier noch die große Version:

Donnerstag, 15. November 2012

Vorgestellt: Oklahoma City Thunder


Der Verein: 1967 gegründet, zog das ehemalige Franchise der Super Sonics im Jahr 2008 von Seattle nach Oklahoma City. Eigentlich schade, dass der amerikanische Nordwesten seitdem neben den Portland Trail Blazers kein anderes Team in der NBA beherbergt, zumal mir Staaten wie Oregon, Idaho und eben Washington allein von ihrer Mentalität und Lebensart her sehr sympatisch sind - ganz zu schweigen von der traumhaften Landschaft. 
Aber egal, ich will hier jetzt auch nicht in Nostalgie verfallen. Seattle bleibt Seattle (schließlich gibts da ja noch die Seahawks und die Mariners), OKC bleibt eben OKC. Neubesitzer Bennett forderte die Stadt Seattle zum Ausbau des maroden KeyCenters auf, sie lehnte angesichts der schlechten Besucherzahlen jedoch ab. Beide Parteien "einigten" sich daraufhin in einem Gerichtsprozess auf eine Vergütung und den Abzug der Sonics. Geographisch war der Umzug nach Oklahoma zwar kein Geniestreich - schließlich ist der Staat von Vereinen wie den Jazz, Mavericks und den Memphis Grizzlies umgeben -, dennoch war es verständlich, den sportverrückten Bauernstaat* endlich auch mit Basketball nach Weltformat zu verwöhnen.
Obwohl, was heißt verwöhnen: Die ersten Jahre der Franchise liefen alles andere als weltklasse.
Zwar gelangen den Thunder gleich am Anfang ihres Neuaufbaus drei hoffnungsvolle Picks im Draft, diese hatten aber in Form von Kevin Durant, Russell Westbrook und Jeff Green noch einen mittelfristigen Entwicklungprozess vor sich. Doch auch der neuverpflichtete Coach Scott Brooks trug nicht unwesentlich zum späteren Erfolg bei, der sich bereits in der Saison 2010/2011 und spätestens ein Jahr später abzeichnete. Weitere "Analysen" zum (nicht ganz) aktuellen Kader im Abschnitt unten.

*Während und nach dem verheerenden Hurrikan Katrina spielten die New Orleans Hornets für eine Saison in OKC. Die Mannchaft wurde, zum Erstaunen von NBA-Chef und Inhaber der Hornets David Stern, unerwartet gut aufgenommen.


Das Logo: Hier hätte der Name "Donner" leider viel mehr (Visualisierungs-)Potenzial gehabt, als das derzeitige Logo aussagt. Man hätte sich auf einige Themenbereiche beziehen können, wie z.B. Blitze, Regen, Wolken, Thor (nordischer Gott des Donners), Büffel, usw. 
Stattdessen entschied man sich für einen Mix aus allem, was schon einmal in anderen(Basketball-)Logos verwurstet wurde, der dem eigentlich "kräfitgen" und "angsteinflößenden" Namen bei weitem nicht gerecht wird. Ganz nebenbei: Ein guter "Mix" wäre ja noch verkraftbar gewesen, aber einen solche zusammenhangslosen Einheitsbrei hätte jedes Kindergartenkind produzieren können. Der Schiftzug "Thunder" steht in keiner Relation zum "Schild", "OKC" sieht irgendwie komisch aus und wirkt einfallslos. Und was die Entwickler dazu geritten hat die beiden Strahlen im Hintergrund einzufügen, weiß der Geier...
Nichts desto trotz, eine gute und teils humorvolle Analyse des OKC-Logos findet ihr hier (auf englisch!).

Gute Ideen und Alternativen gäbe es allemal




Der Kader: Hier braucht man eigentlich nur einen Namen zu nennen: Kevin "KD35" Durant. Der Topscorer der letzten beiden Jahre kann es zwar (noch) nicht mit einem LeBron James aufnehmen, bietet aber ein Gesamtpaket aus 3er- und Mitteldistanzwürfen, Postgame, Robustheit und Clutch, sodass man ihn durchaus als Nr. 1 im Westen bezeichnen kann.
Nichts desto trotz wäre es unfair, ihn als DIE Quelle des Erfolgs zu bezeichnen. Ebenso sticht Russell Westbrook heraus, der Point Guard mit der Nummer 0 (diese steht keinesfalls für seine sportliche Qualität).  Das einzige Problem ist seine Eigensinnigkeit auf dem Feld. Er nimmt einfach zu viele Dreier aus teils unmöglicher Position.
Trotzdem lässt sich auch hier auf Besserung hoffen. So steht er bei den Assists mit ca. 7.5/Spiel im oberen Bereich, lässt sich aber trotzdem nicht mit Kalibern wie Rajon Rondo vergleichen.
Auch ein Serge Ibaka macht seine Arbeit gut, vor allem in der Defense steht er hervorragend und ist ein absolutes Blocking-Monster.
2011 wurde der solide Jeff Green für Nate Robinson (inzwischen bei den Chicago Bulls) und Kendrick Perkins nach Boston getradet. Letzterer Center steht schon seit seinem Trade als 1. auf seiner Position gesetzt.
Das größte Problem der Thunder ist eindeutig die Tiefe des Kaders. Natürlich, die Topstars können diese Schwäche zwar ausgleichen, dennoch merkt man es schon, wenn sie auf der Bank sitzen und den 2ten und 3ten ihrer Position ihre Minuten gewähren. Nur auf den Guard-Positionen war/ist man hochkarätig besetzt.
Thabo Sefolosha war (!) 1. SG, dahinter kam (bis zu seinem Trade vor ein paar Wochen) James Harden als bester sechster Mann der letzten Saison, der jetzt, zusammen mit Jeremy "Linsanity" Lin, bei den Rockets aus Houston (so gut wie) alles wegrockt. Ein herber Verlust, zumal Hardens Punkte von der Bank in der letzten Saison einige der wichtigsten fürs ganze Team waren. Dafür bekam man aber einen soliden Ersatz: Kevin Martin, der mit seinen 16 Punkten/Spiel derzeit auf Platz drei der internen Scorer-Liste steht. Er stieg in der Rotation ganz nach oben, sodass Sefolosha eher die Rolle eines Harden einnimmt, der von der Bank punktet. Auch wenn er diese Rolle bisher nicht optimal einnehmen konnte, hat das System durchaus Sinn. Zudem waren im Harden-Deal zwei Draft-Picks enthalten, dazu noch Nr. 12 des diesjährigen Drafts Jeremy Lamb, der bei den UConn Huskies ein ums andere mal für Furore sorgte. Dennoch konnte er sich in den paar Spielen der neuen Saison noch nicht entfalten, man gewährte ihm lediglich vier Spiele mit durchschnittlich drei Minuten Spielzeit.

Das Fazit: Die Oklahoma City Thunder gehören deswegen zu meinen Lieblingsteams in der Liga, weil sie es schafften, in den wenigen Jahren ihres Bestehens vom verdammten Erbe eines relativ kaputten Franchises zu DEM Favoriten im Westen zu mutieren. Zudem sind mir Charaktere wie Durant und Westbrook extrem sympatisch, nicht zuletzt ihre frische und beeindruckende Spielweise hat es mir angetan. Hoffentlich kommt mit dem Erfolg irgendwann ein neues Logo... Aber selbst wenn nicht: Ich bleibe der Mannschaft treu! Thunder Up!

...im Anschluss noch einer meiner Lieblings-Thunder-Momente: