An Running Backs mangelt es den San Fransisco 49ers ja eigentlich nicht. Da hätten wir z.B. den Rookie LaMichael James, der bei den Oregon Ducks grandios aufspielte und auch bei den Niners seine Chancen bekommt. Hinzu kommen noch der etablierte Frank Gore, der gestern im Spiel gegen die Green Bay Packers immerhin 119 Yards hinlegte und der momentan verletzte Kendall Hunter.
So weit so gut, aber keiner dieser Spieler war gestern so wichtig wie QB Colin Kaepernick, der mit grandiosen 181 Rushing-Yards und zwei erlaufenden Touchdowns alle Kritiker verstummen ließ, die meinten, der 25-jährige von der University of Nevada wäre nicht reif für die Playoffs. Nicht nur, dass er bereits sein zweiter Pass von den Packers abgefangen und zum Touchdown vollendet wurde, sondern dass er diese ersten Startschwierigkeiten hinter sich ließ und zusammen mit seiner Offensive Line für ordentlich Wirbel in der Green Bay-Defense sorgte, die zugegeben keinen guten Tag erwischt hatte.
Außerdem waren seine Handoff-Fakes teilweise so gut mit Gore & Co. abgestimmt, dass sowohl Zuschauer als auch Kameramann teilweise keinen blassen Schimmer hatten, wo denn nun das Ei ist. Diese Fähigkeit, sowohl solide Pässe zu spielen (diese waren zwar etwas scharf gespielt, fanden aber trotzdem ihr Ziel), als auch jede Lücke in der Defensive-Line für eigene Läufe zu nutzen erinnern mich irgendwie an Quarterbacks wie Denard "Shoelace" Robinson, der für die Michigan Wolverines mit seiner unorthodoxen Defintion seiner Position vier Jahre lang gute Leistungen ablieferte und im kommenden Draft auf einen guten Einstieg in die NFL hofft.
Dass es auch anders geht, zeigte letzte Woche Joe Webb von den Minnesota Vikings, der für den angeschlagenen Christian Ponder ranmußte. Als Wide Receiver angefangen, wechselte Webb immer wieder die Position, was man zwar an seiner Schnelligkeit und Mobilität sah, allerdings waren seine Pässe, wenn sie denn einigermaßen das Ziel fanden, so unpräzise und technisch unsauber geworfen, dass selbst ein Once-in-a-Lifetime-Peterson das nicht hätte kompensieren können.
So ging das Spiel in der Divisional Round der NFC mit 31-45 dann auch absolut verdient zu Gunsten der Gastgeber aus. Die Defensive der Packers war einfach zu schlecht um die Unvorhersehbarkeit der Niners-Offense irgendwie zu stoppen und. Auch Aaron Rodgers und seine Receiver hatten keinen guten Tag erwischt bzw. war die San Francisco-Defense auch einfach zu gut. Pro Bowler Patrick Willis & Co. sorgten ständig für gefährliche Blitzes, ließen den Receivern so gut wie keinen Platz und schafften es vor allem im vierten Viertel den Rückstand der Packers möglichst hoch zu halten.
Tja, und was lief in Denver? Bei bis zu -11°C lieferten sich die Ravens und Broncos ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dass sich gewaschen hatte. Da waren die zwei Punt- bzw. Kick-Return-Touchdowns eines Trindon Holiday (Denver) über insgesamt mehr als 200 Yards gar nicht einmal das Highlight des Spiels.
Das war nämlich eher der sensationelle 70-Yard-Pass von Joe Flacco beim dritten Down und ganzen 41 Sekunden restlicher Spielzeit. Der "Flacco Fling" sicherte den Ravens nicht nur den Fortgang des Spiels, sondern sollte sich am Ende auch revangieren. Superstar-QB Peyton Manning war es nämlich, der in der Overtime mit einem Katastrophenpass erst für den Ballbesitz für Baltimore sorgte, in Folge dessen Ravens-Kicker Justin Tucker das Aus der Denver Broncos besiegelte. Dann darf Ray Lewis also noch einmal ran. Wer hätte gedacht, dass seine Karriere noch so lange andauert?



